ERFOLG DURCH TEAMARBEIT
Langweid hat einen hohen Anteil an Bürgerinnen und Bürgern mit unterschiedlichen Nationalitäten (über 55 %). Das Bemühen der politischen Gemeinde, gemeinsam mit Organisationen und Vereinen, hat ein gutes Miteinander – mindestens aber ein gutes Zusammenleben – ermöglicht. Vereine/Vereinssport und gesellige Veranstaltungen bringen Mitglieder und Sportler unabhängig von Alter, Bildungsstand, Geschlecht und Herkunft zusammen. Der „Regenbogen“ und die Herkunft haben bei uns noch nie eine Rolle gespielt.
Für unsere Multikulti-Gemeinde leisten Vereine ein wichtiger Beitrag zur Integration Im TTCL haben wir sehr gute Erfahrungen mit zahlreichen ausländischen Spielerinnen aus europäischen Ländern (Ungarn, Tschechien, Schweden, Frankreich, England, Kroatien, Litauen, Polen, Estland und der Ukraine) sowie aus asiatischen Ländern (China, Japan, Südkorea und Indien) gemacht.
Die Verbindungen zu ehemaligen Spielerinnen halten teilweise zwei Jahrzehnte. Sie geben ihre in Deutschland gemachten guten Erfahrungen zu Hause weiter – und zeichnen damit oft ein anderes Bild, als es die Politik vermittelt. Zusammenkommen, Kennenlernen und Kulturaustausch sind kleine Bausteine auf dem Weg zu mehr Frieden. Dieser beginnt im Kleinen. Viele kleine Schritte führen zum Ziel. „Wer nicht glaubt, kann auch nicht hoffen“ – das gilt nicht nur aus christlicher Sicht.
Geben und nehmen
Im Verein haben unsere ausländischen Spielerinnen stets mit am Strang stark mitgezogen. Auch in der Arbeitswelt tragen Menschen mit internationaler Herkunft entscheidend zum Erfolg von Unternehmen bei – und damit letztlich auch zur wirtschaftlichen Stärke einer Gemeinde.
Von Werten nicht nur reden, sondern sie halten
In einer schwierigen Situation hat das Vereinsgremium gezeigt, dass es auch da zu den gepflegten Werten steht. In der Vorbereitung auf die Rückrunde gerieten die sportlichen Ziele des 1. Damenteams in der 2. Bundesliga durch den Abgang unserer Spitzenspielerin in Schwierigkeiten. Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, brauchten wir Ersatz – auch, um nicht die in der Regionalliga spielende zweite Mannschaft durch das „Abziehen“ einer Spielerin zu schwächen. Alle Bemühungen unseres Vereinsvorsitzenden Ersatz zu finden, blieben jedoch ohne Erfolg. Zum Vereinsziel gehört ausdrücklich, eine starke „Zweite“ mit überwiegend eigenen, jungen schwäbischen Spielerinnen. Diese ist im Aufbau.
Die Rettung war eine Kontaktvermittlung durch Frau Kaufmann, die Mutter der deutschen Spitzenspielerin Annett Kaufmann, zu einer 16-jährigen Spielerin aus Moskau. Das stieß auf heftigen Widerstand von zwei geschätzten Ukrainern vom 1. Männerteam. Im Gremium konnte jeder die negative Einstellung der beiden Ukrainer gegenüber Russland nachvollziehen – nicht jedoch die Ablehnung einer 16-jährigen Spielerin, die keine Schuld am Leid der Ukraine hat.
Mit großer Mehrheit fiel die Zustimmung für das russische Nachwuchstalent aus – trotz der bedauerlichen Folgen für das 1. Männerteam. Alfons Biller, 1. Vorsitzender: „Ich bin mit der Gesamtsituation im Verein sehr zufrieden – mit dem Engagement Jugendlicher und junger Erwachsener und vor allem mit der moralisch/ethisch motivierten Mehrheitsentscheidung. Wir haben im Verein viele ukrainische Jugendliche. Sie und ihre Eltern haben kein Problem mit der Entscheidung für die junge russische Spielerin”.
Gert Jungbauer

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