von Felix Kiefel
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19. Oktober 2026
Die Tischtennis-Zweitligistinnen verlieren in Anröchte mit 4:6 und gewinnen in Schönmünzach ebenso knapp mit 6:4. Routinierin Marina Donner überzeugt mit Erfahrung und Ruhe. Langweid. Bis zum letzten Einzel mussten die Tischtennis-Damen des TTC Langweid an diesem Wochenende zweimal um ihre Punkte kämpfen. Während sie am Samstag beim TTK Anröchte mit 4:6 den Kürzeren zogen, gelang ihnen tags darauf beim SSV Schönmünzach ein hart erkämpfter 6:4-Erfolg. Damit fand die rund 1.300 Kilometer lange Auswärtsreise nach Nordrhein-Westfalen und in den Schwarzwald einen versöhnlichen Abschluss. Die Erleichterung über den Sieg war groß, die Zufriedenheit mit den eigenen Leistungen hielt sich allerdings in Grenzen. Die Reise hatte bereits am Freitagabend begonnen. Im Minibus, chauffiert von TTCL-Volunteer Jonah Schnierle, ging es zunächst nach Frankfurt. Dort stiegen die 19-jährige Belarussin Lizaveta Tsimashkova und die Finnin Marina Donner zu, die von ihren Einsätzen bei den Europameisterschaften in Ljubljana zurückkehrten. Auf die beiden Neuzugänge hatte Langweid beim Heimauftakt eine Woche zuvor noch verzichten müssen. Diesmal fehlten dafür Yang Ting und Ruoqi Wei, die mit ihren Erfolgen maßgeblichen Anteil an den drei Punkten gegen Langen und Stuttgart gehabt hatten. Aufholjagd in Anröchte bleibt unbelohnt In Anröchte sorgten Aleksandra Bokova und Betreuerin Vita Venckute mit einem Doppelsieg für den ersten Langweider Punkt. Da Tsimashkova und Jasmin Wong ihre Begegnung verloren, ging es beim Stand von 1:1 in die Einzel. Dort gerieten die Gäste zunächst ins Hintertreffen. Schwer wog vor allem die überraschende 2:3-Niederlage der 17-jährigen Russin Bokova gegen die deutsche Nachwuchsnationalspielerin Rhea Zhu Chen. Langweids Spitzenspielerin führte bereits mit 2:1 Sätzen, gab den vierten Durchgang aber mit 11:13 und den fünften mit 8:11 ab. Auch Tsimashkova verlor ihr erstes Einzel. Donner hielt Langweid mit einem knappen Erfolg über Lukrecija Juchnaite im Spiel, den sie mit 13:11 im Entscheidungssatz besiegelte. Nach Wongs Niederlage gegen Alma Roose stand es jedoch 2:4. Nun brachten Bokova und Tsimashkova ihr Team mit zwei Fünfsatzsiegen wieder auf Augenhöhe. Bokova setzte sich gegen die frühere Langweiderin Le Thi Hong Loan durch, Tsimashkova holte gegen Chen sogar einen 0:2-Satzrückstand auf. Zum erhofften Punktgewinn reichte diese Aufholjagd dennoch nicht. Wong blieb gegen Juchnaite ohne Satzgewinn, während Donner gegen die Schwedin Roose erneut über die volle Distanz gehen musste. Diesmal hatte die Langweiderin mit 8:11 im fünften Satz das Nachsehen. Auch eine 4:1-Führung bringt keine Ruhe Nach der Weiterfahrt in den Schwarzwald erwischte der TTC am Sonntag den besseren Start. Sowohl Bokova und Venckute als auch die diesmal gemeinsam eingesetzten Tsimashkova und Donner gewannen ihre Doppel, wenn auch jeweils erst im fünften Satz. Besonders knapp wurde es für Bokova und Venckute, die den Entscheidungsdurchgang mit 12:10 für sich entschieden. Der Vorsprung wuchs anschließend auf 4:1, wobei Langweid auch dafür hart arbeiten musste. Bokova drehte ihr erstes Einzel nach einem 0:2-Satzrückstand noch zu ihren Gunsten, Donner steuerte einen Viersatzerfolg über Antonia Bernhard bei. Doch die erhoffte Sicherheit stellte sich nicht ein: Schönmünzach gewann die folgenden drei Einzel jeweils ohne Satzverlust und glich zum 4:4 aus. Damit lag die Verantwortung wie am Vortag bei Donner und Wong. Donner blieb gegen Magdalena Hübgen souverän und sicherte mit einem 3:0 zunächst das Unentschieden. Für den zweiten Punkt musste Wong gegen Bernhard deutlich länger kämpfen. Die 23-jährige englische Nationalspielerin hielt sich nach einem 1:2-Satzrückstand mit einem 12:10 im vierten Durchgang in der Partie, ehe sie den fünften Satz mit 11:8 und damit das entscheidende Einzel zum 6:4 gewann. Sämtliche vier Fünfsatzspiele waren an diesem Tag an Langweid gegangen. Donner als ruhender Pol Den stabilsten Eindruck hinterließ über das gesamte Wochenende Marina Donner. Die Finnin, die auf den Åland-Inseln als Ärztin arbeitet, präsentierte sich als Einzige der vier Einzelspielerinnen durchgehend in Topform. Der Team-Oldie warf seine ganze Erfahrung in die Waagschale und blieb auch in engen Situationen ruhig, während ihre jüngeren Mitspielerinnen immer wieder mit Unsicherheit und Nervosität zu kämpfen hatten. Drei Siege aus vier Einzeln standen für Donner am Ende zu Buche; am Sonntag blieb sie einschließlich ihres Doppels ungeschlagen. Die Einschätzung von Betreuerin Vita Venckute, die an beiden Tagen selbst im Doppel punktete, fiel entsprechend differenziert aus: „Wir hatten uns für dieses Wochenende mehr vorgenommen, deshalb können wir mit den Ergebnissen nicht ganz zufrieden sein. Einige unserer Spielerinnen hatten mental zu kämpfen und mussten nicht nur gegen ihre Gegnerinnen, sondern auch gegen sich selbst ankämpfen.“ Für die kommenden Aufgaben bleibt Venckute dennoch zuversichtlich: „Wir wissen, dass in unserem Team viel mehr Potenzial steckt, und ich bin überzeugt, dass wir mit mehr Selbstvertrauen in den kommenden Spielen bessere Leistungen zeigen können.“ Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage steht der TTC nach vier Begegnungen bei 5:3 Punkten und belegt Tabellenplatz drei./jug