Seit 1976 werden in Langweid Nachwuchstalente gefördert / Langjährige Kooperation zwischen BTTV und TTC Langweid
Seit einem halben Jahrhundert ist Langweid eine feste Adresse in der bayerischen Nachwuchsförderung: 1976 wurde hier ein Leistungs- beziehungsweise Trainingsstützpunkt des bayerischen Tischtennis-Verbandes eingerichtet. Seither haben zahlreiche Talente aus Langweid und der Region dort zusätzliches Training erhalten – unter der Anleitung namhafter Trainerinnen und Trainer.
Der BTTV gehörte zu den Vorreitern unter den deutschen Landesverbänden, als es darum ging, regionale Leistungsstützpunkte zur Förderung des Nachwuchses einzurichten. Die Vorgeschichte des Langweider Stützpunkts begann allerdings einige Kilometer weiter nördlich: Zunächst wurde einige Jahre beim SV Nordendorf trainiert. Der Nordendorfer Georg Eberhard, damals Jugendleiter des BTTV und Lehrer an der Hauptschule Meitingen, hatte sich für einen Stützpunkt in der Region eingesetzt und konnte dafür die Meitinger Schulturnhalle nutzen.
Von Nordendorf nach Langweid
Dass der Stützpunkt schließlich nach Langweid wechselte, kam nicht von ungefähr. Beim damaligen Langweider Vereinstraining unter Alfons Biller und Hilmar Glatter herrschte bereits eine für jene Zeit bemerkenswerte Trainingsintensität. Mit Hedwig Biller, Claudia Thoma und Monika Thoma hatte der Verein zudem mehrere Spielerinnen hervorgebracht, die zur bayerischen Spitze ihres Jahrgangs gehörten. Sieben Jahre lang leitete Alfons Biller den Stützpunkt.
Auch geografisch erwies sich Langweid als guter Standort. Nachwuchstalente aus mehreren Vereinen konnten den Stützpunkt vergleichsweise gut erreichen. Dazu gehörten Helmut Grob und Gaby Keppler vom VSC Donauwörth, Dieter Voigt vom Post SV Augsburg sowie Florian Kaindl aus Lauingen. Grob schaffte später sogar den Sprung in die Nationalmannschaft. Auch Nachwuchsspieler aus Oberbayern kamen zum Training nach Langweid.
Generationen von Talenten
Vor allem aber sorgte die eigene Nachwuchsarbeit des Langweider Vereins dafür, dass dem Stützpunkt über Jahrzehnte die Talente nicht ausgingen. Auf Hedwig Biller sowie Claudia und Monika Thoma folgten unter anderem Petra Thoma, Gudrun Frühbeisser, Ute Michl und Karin Klaiber. Zur nächsten Generation gehörten Barbara Jungbauer und Verena Voit, später folgten Daniela Maneth und Astrid Merkle.
Und der Faden ist bis heute nicht abgerissen. Weiterhin werden Langweider Nachwuchsspielerinnen und -spieler vom Verband für die Förderung ausgewählt. Zugleich trainieren am Stützpunkt Talente aus anderen Vereinen der Region.
Große Namen auf der Trainerbank
Die Geschichte des Stützpunkts ist zugleich eine Geschichte namenhafter Trainerinnen und Trainer. Auf Alfons Biller folgten verschiedene Verbandstrainer, darunter Eva Jeler, die später deutsche Nationaltrainerin wurde, außerdem Kubatschka, Marta Novotna, Lena Andersson und Heiko Albers. Novotna und Albers lebten zeitweise selbst in Langweid. Zu den früheren Trainerinnen gehörte auch Jana Kleßinger, die zunächst für die Tschechoslowakei und später für Deutschland in der Nationalmannschaft spielte.
Auch Jie Schöpp arbeitete während ihrer Zeit als Langweider Spitzenspielerin als Stützpunkttrainerin. Ihre weitere Karriere unterstrich ihre Klasse nicht nur am Tisch, sondern auch als Trainerin: Nach ihrem Wechsel nach Steinhagen feierte sie als Spielerin unter anderem Erfolge bei Deutschen Meisterschaften und beim europäischen Top-12-Turnier. Später arbeitete sie als Trainerin für die deutsche Nationalmannschaft und im deutschen Nachwuchsbereich.
Heute Kooperationsstützpunkt
Die Strukturen der Nachwuchsförderung haben sich in den vergangenen 50 Jahren verändert. Der BTTV nennt heute einen Verbandsstützpunkt, vier Kooperationsstützpunkte und acht Standorte auf regionaler Ebene. Bei den Kooperationsstützpunkten nutzt der Verband das Know-how und die gewachsenen Strukturen leistungsorientierter Vereine. Einer von ihnen ist der TTC Langweid.
Damit hat sich die organisatorische Form gewandelt, die Grundidee aber nicht: Talente aus der Region sollen unter qualifizierten Bedingungen zusätzlich gefördert werden.
Batorfi und Jungbauer leiten das Training
Heute wird das wöchentliche Stützpunkttraining von Csilla Batorfi und Barbara Jungbauer geleitet. Mit Batorfi steht dabei eine der erfolgreichsten Spielerinnen der Langweider Vereinsgeschichte in der Halle. Die neunfache Europameisterin hatte als Spitzenspielerin und Spielertrainerin entscheidenden Anteil an acht deutschen Meisterschaften und sechs Europacup-Erfolgen des Vereins. Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere arbeitete sie mehrere Jahre als Nationaltrainerin in Italien. Heute ist sie als Trainerin beim FC Bayern München und beim TTC Langweid tätig.
Beim Stützpunkttraining liegt einer ihrer Schwerpunkte auf der individuellen Arbeit am Balleimer sowie dem Aufschlagtraining. Barbara Jungbauer steuert das allgemeine Übungsprogramm. Damit schließt sich zugleich ein kleiner Kreis: Jungbauer gehörte selbst einst zu den bayerischen Nachwuchstalenten, die regelmäßig im Langweider Stützpunkt trainierten. Heute gibt sie dort als Trainerin ihre Erfahrung an die nächste Generation weiter.
Unterstützung bekommen die beiden von zwei ehemaligen Bundesligaspielerinnen, deren Kinder am Stützpunkt trainieren: Conny Böttcher, früher für Langweid und die Nationalmannschaft aktiv, und Agnes Kokai, die für den TSV Schwabhausen spielte.
Weitere Teilnehmer reisen vor allem aus Dillingen, Unterknöringen und dem Landkreis Dachau an. Zur Dachauer Fahrgemeinschaft gehören unter anderem der siebenjährige Sohn der Langweider Zweitligaspielerin Yang Ting und Mattis Rabl vom TSV Dachau 65, der amtierende bayerische Meister der Jugend 11. Auch Florian Kaindl kommt wieder regelmäßig nach Langweid – inzwischen aus Apfeldorf bei Peiting. Früher brachten ihn seine Eltern zum Stützpunkttraining. Heute ist er der Chauffeur für seine beiden Söhne./jug


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