Leserbrief zum Bericht der AZ vom Montag 23.2.
Müssten die Sportverantwortlichen des DOSB und der Fachverbände nicht schon längst ernüchtert und alarmiert sein aufgrund des Abwärtstrends in den letzten Jahren bei Meisterschaften der internationalen Ebene und bei Olympischen Spielen? „Nur auf den Eiskanal ist noch Verlass“, ist im Bericht richtig festgestellt. Warum ist dies so?
Ohne die großartige Leistung und die Erfolge unserer Aktiven zu schmälern, darf nicht übersehen werden, dass in Wintersportarten die Konkurrenz nicht so groß ist, wie es in Sommer- und Ganzjahressportarten der Fall ist, weil Wintersport halt nicht überall möglich ist. In den Jahren „nach der Wende“ konnten wir noch Sporterfolge ernten, die in der ehemaligen DDR teilweise wohl mit nicht immer zulässigen Methoden gesät worden sind. Warum haben uns andere europäische Länder in vielen Sportarten eingeholt ja überholt? Da gilt es über den Zaun nach Frankreich, England oder Italien zu schauen. Was ist da anders?
Medien bestimmen den Wert des Sports. Einige wenige Sportarten nehmen durch die Medien Entwicklung auf, andere bleiben mehr und mehr auf der Strecke. Ist es verwunderlich, wenn in vielen Sportarten von talentierten Sportlerinnen und Sportlern der Trainingsstress und der Zeitaufwand nicht mehr auf sich genommen werden, wenn sich die Leistung nicht nur finanziell nicht lohnt, sondern auch aufgrund der geringen Aufmerksamkeit durch die Medien? Ist die Medienaufmerksamkeit für Sportarten ggf. in anderen europäischen Ländern evtl. ausgewogener? Hinzu kommt bei der Betrachtung des Rückgangs deutscher Erfolge, dass die internationale Konkurrenz größer geworden ist durch Länder, die in früheren Jahren im Sport nicht groß in Erscheinung getreten sind. Außerdem ist das Doping wohl nicht überall so kontrolliert wie begrüßenswert bei uns. Schade ist auch, dass nur die Medaillengewinner zählen.

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